Auf dem Hof Schulze Holmer mit seinen historischen Gebäudeensemble befindet sich im Speicher ein kleines Museum. Dort wird die Hofgeschichte „Schulze Holmer“ mit einer sehr schönen Ausstellung dokumentiert.

  • Ahnentafel
  • Entstehung des Hofes
  • Der Hof zur Zeit der Wiedertäufer
  • Entstehung und Funktion der Nebengebäude
  • Weitere historische Höfe in Samern

Das Museum ist vom  Heimatverein Schüttorf  mit sehr viel ehrenamtlichen Einsatz aufgebaut worden. Weitere Informationen zum Heimatverein Schüttorf finden Sie unter www.heimatverein-schuettorf.de

Seit 2012 ist das Raumsichten Projekt in der Obergrafschaft und damit auch in Samern mit einen Kunstwerk vertreten. Der Künstler Christopf Schäfer hat das Kunstwerk „Topographie der Gemeinheit“ geschaffen.

Hier eine Beschreibung des Kunstwerkes mit den Worten vom Christoph Schäfer. Lässt sich aus der mittelalterlichen Allmende, dem dörflichen Gemeinbesitz, ein Leitbild für den heutigen Umgang mit Grundbesitz entwickeln? Diese Frage war der Zündfunke für das Interesse von Christoph Schäfer (* 1964, Essen) am Samerrott. Er entwickelte anhand des Genossenschaftswaldes eine künstlerische Topographie, die sich der Ortslage, ihrer Geschichte und einer historischen Vision widmet. Drei Standorte zeigen drei unterschiedliche Kunstwerke: der Platz am Rabenbaum imSamerrott wurde von Schäfer neu gestaltet; am Waldrand im Westen schneidet eine 4 m hohe Glasscheibe in den umlaufenden Grenzwall; in der ehemaligen Scheune am Rande des Hofes Schulze-Holmer wird ein Videofilm gezeigt, der die drei Orte miteinander verbindet.

»Rabenbaum« nennt sich eine ehedem mächtige Eiche von 3 m Durchmesser und biblischem Alter. In seinem hohlen Stamm soll sich 1535 ein Täufer namens JanKuiper auf der Flucht vor seinen bischöflichen Häschern aus Münster versteckt haben. Heute markiert ein Eichenholzring vom Umfang des früheren Baumes den Standort des Rabenbaums. Einen übergroßen Sandstein aus dem Gildehauser Steinbruch ließ Christoph Schäfer halbieren und neben der früheren Eiche als Sitz- und Liegebank aufstellen. Eine Holzvitrine enthält Informationen zur Legende und bewahrt Reststücke des Eichbaums

Eine Glasscheibe durchschneidet am westlichen Waldrand den Erdwall, der Privat- von Gemeineigentum trennt. Ihre Silhouette gibt den Umriss einer Aquarellzeichnung von Albrecht Dürer (1471–1528) wieder. In der Nacht vom 7. zum 8. Juni 1525 erwachte dieser von einem apokalyptischen Albtraum gequält. Das Aquarell zeigt einen über die Landschaft hereinbrechenden Wassersturz und die schriftliche Notiz seines Traums. Drei Wochen zuvor, am 15. Mai 1525, waren Tausende aufständische Bauern in Frankenhausen durch ein Fürstenheer hingemetzelt worden. Thomas Müntzer, Sozialrevolutionär, ehemaliger Luther-Anhänger und Wortführer der Bauern, wurde hingerichtet. Sein Ruf nach neuem Glauben ging einher mit dem Ruf nach der Befreiung von Tyrannei. Die albtraumhafte Bedrängnis Dürers widmet Schäfer um in ein Denkmal für den Gemeinsinn.Im Video, das in der Scheune auf dem Hof Schulze-Holmer zu sehen ist, singt ein Chor das Lied Ick hoorde de basuyne blasen (»Ich hörte die Posaunen klingen«) der Täuferin Anna Janz von 1536. Das Video zeigt Menschen, die aus dem Wald auf den Rabenbaum zukommen, am Wall entlang gehen oder sich über den Bauernhof bewegen – das Lied der Anna Janz auf ihren Lippen. Mitglieder örtlicher Chöre haben das neu arrangierte. Täuferlied eingeübt und an den drei Standorten von Schäfers Projekt für das Video aufgeführt.
Für die Umsetzung seines Vorhabens führte Christoph Schäfer viele Menschen zusammen, Gemeinschaftlichkeit entwickelt für ihn eine große gestaltende Kraft. Mit seiner »Topographie der Gemeinheit« greift Schäfer historische Ereignisse des kollektiven Widerstands gegen die Obrigkeit auf und verbindet sie mit seiner Kunst

raumsichten-Objekt „Topographie der Gemeinheit“

Im Samerott, 48465 Samern

kontakt@kunstwegen.orgwww.grafschaft-bentheim-tourismus.de  – www.raumsichten.org